"Hundetherapie"

Mein Schäferhundrüde Finn (c) www.unikationale.de
Mein Schäferhundrüde Finn (c) www.unikationale.de

Ich habe am Freitag Katharina besucht. Eigenartigerweise bin ich an diesem Tag so schnell wie noch nie in Vilsbiburg gewesen, die Fahrt hat nur eine Stunde gedauert, nicht wie sonst mindestens 1h 20 Min. Katharina geht es im Vergleich zu Samstag letzter Woche leider viel schlechter. Die Gelbsucht ist ausgeprägter, sie ist oft sehr müde, häufig sehr unruhig und manchmal auch verwirrt. So will sie in ihrem Zimmer unbedingt die Schokolade suchen, die ich ihr mitgebracht habe. Ich sage ihr, daß ich meine, daß die Schokolade, die ich ihr mitgebracht habe, bestimmt schon aufgegessen sei. Sie ist sich sicher, daß das nicht stimmt - das letzte Mal, als ich ihr Schokolade mitgebracht habe, ist schon etliche Wochen her. Und so will sie unbedingt weitersuchen. Wir finden eine Schokolade einer anderen Marke und ich kann sie überreden, stattdessen mal davon zu probieren. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter kommen sie besuchen, sie haben ihren kleinen weißen Hund dabei. Sie fahren in die Stadtmitte, um einige Besorgungen zu machen und kommen nachmittags mit ihren Kindern nochmals. Katharina sucht nun eine Essensmarke, für mich, denn sie hat keinen Appetit. Zum Frühstück hat sie nur ein Croissant gegessen, das ich ihr mitgebracht hatte. Sie scheint verzweifelt zu sein, weil sie sich nicht daran erinnern kann, wo sie die Essensmarke hingelegt hat. Ich gehe in die Küche, spreche mit der freundlichen Dame, die das Essen ausgibt, erkläre die Situation und bekomme ein Stück Fisch mit Kartoffelsalat. Daß ich das bekommen habe, beruhigt Katharina.

 

Katharina hat sich gewünscht, daß sie meinen Schäferhundrüden Finn nochmals sehen kann. Deshalb rief ich - nachdem ich das Personal gefragt hatte, ob mein Vorhaben möglich ist - meinen Mann an, ob er nach Feierabend mit den Hunden direkt zum Hospiz nach Vilsbiburg kommen könne. Er sagte zu.

 

Und so warteten auf Katharina am frühen Abend zwei Überraschungen. Zunächst freute sie sich, daß mein Mann da war und einige Minuten später holten wir meinen Schäferhund aus dem Auto. Die Überraschung war gelungen, sie freute sich, streichelte und umarmte Finn trotz des Infusionsständers, an den sie "angeschlossen" war. Gott sei Dank ist er ein sehr umgänglicher Hund und so ließ er sich die Umarmungen gefallen. Ich machte Fotos mit der Handykamera und schickte sie an ihre Schwiegertochter, die ja nachmittags zu Besuch gewesen war. Diese kommentierte die Bilder mit "Hundetherapie". Katharina hatte Tränen in den Augen und nachdem wir gegangen waren, stand sie an der Glasfront im Flur und beobachtete uns, wie wir Finn in mein Auto luden und wegfuhren. Da bricht einem das Herz.

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