"Mach' was Neues draus" - aus nicht-schlafen-können?

Morgengrauen

Hm, das ist was, das sich seit letzten August so langsam eingeschlichen hat. Zuerst war es nur eine Nacht pro Woche, in der ich mich zuerst eine ganze Stunde im Bett hin- und hergewälzt habe, dann wieder aufgestanden bin und erst zwischen halb zwei und halb vier wieder ins Bett bin - nur, um um dreiviertel sechs wieder aufzustehen. Diese Art von Nächten hatte ich dann immer häufiger und in der Zwischenzeit sind sie die Regel. Gewöhnlich schlafe ich so zwischen 3 und 4 Stunden (und nein, ich schlafe tagsüber nicht). Da ich auf einmal jetzt im Winter auch mit einer dünnen Sommerbettdecke schlafen muß, weil mir sonst viel zu heiß wird, ist klar, daß sie mich wohl jetzt auch erwischt haben, die Wechseljahre.

 

Mich wundert, daß ich trotz wenigen Schlafs noch aufrecht stehen kann, hätte ich vorher nie gedacht. Der Rekord waren vorgestern 40 Minuten Schlaf. Habe gelesen, daß das mehrere Jahre andauern kann, das ist dann doch eine Aussicht, die mir gar nicht gefällt. Deshalb habe ich mich dann Vor 14 Tagen nach pflanzlichen Schlaftabletten umgesehen, die bis jetzt leider nicht den gewünschten Effekt haben. Die "chemische Keule" will ich (zumindest noch) nicht rausholen. Also probier' ich verschiedene NEMs, Nahrungsergänzungsmittel: Vitamin D3 (angeblich bekommen wir hier in Deutschland zuwenig Sonne ab und der Körper kann nicht genügen D3 selbst bilden) und B12, Traubenkernextrakt (OPC) und 5-HTP. Vitamin D3 scheint definitiv eine gute Sache zu sein.

 

Es ist nicht mehr daran zu denken, um dreiviertel sechs aufzustehen, die neue Aufstehzeit liegt zwischen 6:45 Uhr und 7:30 Uhr. Wäre "früher" völlig undenkbar gewesen, da bin ich um 5, wenn der Wecker geklingelt hat, senkrecht neben dem Bett gestanden. Habe auch das Gefühl, daß mein Körper auseinanderfällt. Das stimmt natürlich so nicht, aber es "zwickt" halt überall. Statt wie "früher" den Hausputz an einem Tag zu machen, muß ich ihn jetzt über die ganze Woche verteilen. Man gewöhnt sich an alles. Wäre schön gewesen, wenn sich der Tinnitus, den ich seit 2010 beidseitig habe, vor diesen Schlafproblemen verabschiedet hätte, aber nein. Er will unbedingt bleiben. Wenigstens habe ich keine schlimmen Schweißausbrüche. Gerade ist es auch wieder weit nach Mitternacht. "Mach' was Neues draus" klingt in dieser Situation wie Hohn, wie soll das denn gehen. Meine Vorfahrinnen sind ja auch damit fertiggeworden, ohne Jammern und ohne Blogartikel schreiben. Und sicher macht das "halt-da-durch-Müssen" auch was Neues mit mir. Am besten ist, sich nicht drüber aufzuregen, daß man nicht schlafen kann. Sonst macht man's nur schlimmer.  Also aufstehen und lesen/Film gucken/malen/schreiben. Willkommen im Club.

 

Ich könnte ja unsere beiden Hunde nehmen und eine Nachtwanderung machen. Aber dazu ist es mir wieder zu kalt.

 

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