Unterwegs mit dem BMW i3S: Aufladen mit Hindernissen

Gestern waren wir mit dem i3 auf der A9 von Schweinfurt Richtung München unterwegs und mußten in Nürnberg-Feucht (West) aufladen. Da sind die 2 Aufladeplätze ganz am anderen Ende der Parkplätze. Sollte also reibungslos gehen.

 

Unserem "normalen" Aufladepunkt in Hilpoltstein - etwa 10km weiter -  konnten wir nicht anfahren, da alle 4 Ladestationen abgebaut worden waren und sich dort stattdessen eine Baustelle befand. Das hatten wir einen Tag vorher auf der Anreise herausgefunden. Und nein, es wurde nicht im Auto angezeigt, daß die Ladestationen nicht benutzbar sind. Da neben der Baustelle 4 noch verpackte, neue Ladesäulen standen, gehen wir davon aus, daß wir in Hilpoltstein bald wieder aufladen können.

 

Zurück zu Nürnberg.

 

Ich fahre also zur Ladestation. Auf dem rechten davon steht ein Auto eines großen bayerischen Automobilherstellers (Verbrenner), der junge Fahrer lehnt an der Fahrerseite am Auto, die Fahrertür ist halb geöffnet. Ich parke rückwärts neben ihm auf dem linken Parkplatz ein, da die Ladebuchse am i3 hinten auf der Beifahrerseite ist.

 

Mein Mann steigt aus und entriegelt mit einer App den Ladestutzen. Klappt auch. Dann will er den Schlauch im i3 einstecken. Das geht nicht, der Schlauch ist viel zu kurz.

 

Also geht mein Mann zu dem jungen Fahrer: "Können Sie bitte wegfahren? Sie stehen nämlich auf einen Parkplatz, der zum Aufladen für Elektroautos reserviert ist. Wir müssen auf den Parkplatz von Ihnen umparken, die Leitung ist nicht lang genug."

 

Darauf der junge Fahrer: "Ich bleibe hier stehen!"

 

Mein Mann wiederholt seine Bitte, da schlägt der junge Fahrer vor: "Sie können ja schräg einparken, dann reicht es."

 

Ich fand das - gelinde gesagt - ziemlich unverschämt!!!

 

Als mein Mann dann wütend wurde, meinte der junge Kerle: "Ich fahre nirgendwo hin, weil meine Frau stillt hinten."

 

Darauf mein Mann: "Hätten Sie das nicht gleich sagen können? Wie lange wird das dauern? 5 Minuten? 10 Minuten?"

 

Antwort: "5 Minuten".

 

2 Leute, die neben uns mit einem VW-Bus geparkt hatten, kamen uns zur HIlfe und fragten den Fahrer, warum er überhaupt auf dem Parkplatz für E-Autos stünde.

 

Darauf er: "Es ist ja nix anderes frei."

 

Antwort der beiden: "Das stimmt doch gar nicht, da sind überall Parkplätze frei."

 

Daraufhin räumte der junge Fahrer sehr verärgert den Parkplatz und stellte sich auf einen genau gegenüber, war aber dort auch nach nur einer Minute weg.

 

Wir haben mit dem i3 umgeparkt und konnten dann mit etwas Verzögerung aufladen.

 

Es ist ja auch nicht das erste Mal, daß wir von Verbrennern blockierte "Aufladeparkplätze" sehen. Vor allem auch dann nicht, wenn diese Aufladeparkplätze gleich neben einer Raststätte sind...

 

Wenn ich an einer Tankstelle einfach die letzte verfügbare Tanksäule blockieren würde, ohne zu tanken, und die kämen an die Tankstelle, um zu tanken - dann wären die auch stinksauer. Vor allem, wenn ich dann sagen würde, sie könnten ja "in 2. Reihe" neben die Zapfsäule parken, der Schlauch sei sicher lang genug.

 

Nur: Bei einer Tankstelle wissen die allermeisten, daß man sich nicht an die Zapfsäule stellt, wenn man nicht tanken will.

 

Bei E-Tankstellen parken - trotz Schildern - halt öfters mal Verbrenner und dann kann's schon sehr spannend werden, eine andere Schnellladestation zu finden, die aufgrund der verbliebenen Restreichweite des Autos noch in Frage käme.

 

Wir würden den i3S trotzdem nicht mehr gegen unser voriges Auto eintauschen wollen (3er BMW), allerdings ist es der Firmenwagen meines Mannes, das relativiert die Aussage etwas. Zum Pendeln ist er richtig toll (40km einfach), vor allem, weil wir das Auto zuhause in der Garage über unsere PV-Anlage aufladen können - einen Großteil eines Jahres. Die Beschleunigung ist - im Vergleich zu den Verbrennern, die wir bisher gefahren haben - positiv überraschend, ebenso der Wendekreis.

 

Bei längeren Strecken muß man planen, wo man auflädt (mit "Plan B", falls die Ladestation nicht funktioniert oder blockiert ist!). Wenn man im "Eco Pro"-Modus fährt und zwischendurch zügig überholen will, scheint sich bei 140/150 km/h die Klimaanlage abzuschalten. Für mein Empfinden ist der i3S auch sehr windempfindlich - das könnte aber auch daran liegen, daß ich einen Mini Cooper fahre, der wie ein Gokart auf der Straße liegt  ;-)  Die Verarbeitung ist sehr gut, der Preis allerdings auch - zumindest als Zweitwagen kommt er da wohl selten in Frage.