Blog "Geschichten"

Braves Mädchen

(c) Astrid Maul
(c) Astrid Maul

Braves Mädchen

 

Brave Mädchen haben nichts zu wollen,

haben anderen immer Aufmerksamkeit zu zollen.

Nett, fleißig, sauber gekleidet, sie helfen immer,

aufgeräumt und sauber ist ihr Zimmer.

Gut in der Schule, nie zu spät,

kaum einer zu 'ner Party sie einlädt.

Nie ein „aber“ oder „nein“,

die Meinung and'rer lassen sie wichtiger sein.

Brave Mädchen werden groß

Was ist in der Welt bloß los?

Zu helfen und zu arbeiten, da sind sie gefragt

danke“ hat kaum einer gesagt.

Sie hören zu, sie beraten, sie helfen, kochen, putzen,

ohne Murren sind sie immer anderen von Nutzen.

Im Innern fühlen sie sich unendlich leer

die Kräfte schwinden, das Leben ist so schwer.

Wer sind sie nur? WER?

Würden gern wissen, was SIE selbst wollen – doch woher?

Die Jahre vergeh'n, die Zeit geht ins Land

um sie herum eine immer dickere Wand

aus Verzweiflung, Angst und gelernter Folgsamkeit, ein Graus!

Wohin sie auch sehen, es führt kein Weg hinaus!

Sie versuchen, sie zu erklettern, drüber zu springen

was nur bringt ihr Herz zum Singen?

Dagegen rennen. Nichts haben sie, um eine Leiter zu bau'n

sonst wären sie doch schon vor Jahren abgehau'n.

Kommt denn keiner, die Mauer einzureißen?

Sie müssen lernen, sich selbst durchzubeißen...

Es wird keiner kommen, das ist ihnen nun klar

und es zählt nicht, was früher war.

Was richtig war, ist jetzt falsch und was falsch war, jetzt richtig

alte Meinungen und Urteile jetzt null und nichtig.

Sie versuchen was Neues, die Angst wünschen sie sich weg,

nein, es geht nicht, es hat keinen Zweck!

Der Ärger sammelt sich an, ballt sich im Bauch,

Was sie für andere tun, erwarten sie von ihnen auch.

Es rumort immer mehr, drüber werden sie krank

Das ist nun der Welten Dank!

 

Sie fängt an, sich selbst zu ändern - die Wirkung gleicht einer Explosion!

Was die anderen denken über sie – was macht das schon!

Sie lernt sich freuen und so sie findet,

was sie mit ihrer Seele verbindet.

Genau diese Freude, was die dann kann,

die steckt dann andere Leute an!

Freundlich aber bestimmt sie ihre Meinung sagt

vorher hätte sie niemand auch nur danach gefragt.

Sie sagt bei Dingen, die sie nicht will „nein“

Viele sagen: „Das kann und darf nicht sein!“

 

Sie bleibt beim „nein!“

So soll es sein!

 

Wer hätte das je gedacht?

Dass die so was Böses macht?

 

Braves Mädchen!

 

(c) Astrid Maul


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Katz

Eine Geschichte, die ich selbst geschrieben habe - diesmal geht es um eine Geheimsprache...

Katz'

 

Es war kurz vor Weihnachten.

 

„Katzung, Unfall auf der A1000 zwischen Katzling und Katzelsdorf.“ Seltsame Unfallmeldung, dachte Mias Mutter. Von Katzling und Katzelsdorf hatte sie noch nie etwas gehört. Und was war „Katzung“? Oder hatte sie sich das eingebildet? Von einer Autobahn mit der Nummer „A1000“ hatte sie auch noch nicht gehört. Sie war auf dem Weg zur Schule, um Mia abzuholen.

 

Dort bat Mias Lehrerin sie um ein Gespräch. „Mia hat die Angewohnheit, immer wenn in einem Wort die Buchstabenfolge 'acht' vorkommt, sie durch 'Katz' zu ersetzen. Sogar beim zählen. Macht sie das zuhause auch?“

 

„Ja, ist mir auch schon aufgefallen. Aber Kinder denken sich eben manchmal eine Geheimsprache aus.“

 

Die Lehrerin sagte: „Ich habe sie darauf angesprochen und sie hat mir erzählt, daß acht ihre Lieblingszahl ist und sie jetzt so lange stattdessen 'Katz' sagt, bis ihr Wunsch nach einer Katze in Erfüllung geht. Bitte reden Sie mal mit ihr.“

 

Mias Mutter erschrak. Hätte sie besser selbst Mia danach gefragt, warum sie so oft „katz“ sagte!

 

Im Auto redete Mias Mutter über das Gespräch, das sie mit der Lehrerin gehabt hatte. Sie versuchte Mia zu erklären, daß eine Katze jeden Tag Futter, außerdem einen Kratzbaum, viele Streicheleinheiten und die Möglichkeit, nach draußen zu gehen brauchte. „Aber das weiß ich doch, ich katz' schon darauf, daß die Katze das alles bekommt“, sagte Mia.

 

Stimmt, da war es wieder, das „katz“.

 

„Katzen können 20 Jahre alt werden. Kannst du dir denn vorstellen, so lange für die Katze zu sorgen?“ Nein, konnte Mia nicht. 20 Jahre. Soviel Finger hatte Mia gar nicht. Also mußte es eine unvorstellbar lange Zeit sein. Aber eine Katze wollte sie trotzdem haben.

 

„Gehst du bitte nach oben und machst deine Hausaufgaben, ja? Ich bin hier in der Küche und will heute nachmittag Weihnachtsplätzchen backen“, sagte Mias Mutter. „Wenn's sein muß“, brummte Mia. Viel lieber hätte sie ihrer Mutter beim Plätzchenbacken geholfen. Sie ging in ihr Zimmer in den 1. Stock hinauf und packte die Schulhefte aus. Ach wie gerne hätte sie eine Katze. Die würde jetzt bei ihr auf dem Schreibtisch sitzen und ihr bei den Hausaufgaben zusehen. Das wär' toll!

 

Sie stellte sich vor, wie sich die Katze auf ihrem Schreibtisch zusammenrollte und zufrieden schnurrte. Wie sie, Mia, mit ihren Fingern durch das weiche Fell strich.

 

Mathe. Mia seufzte, las die Aufgaben durch und kaute auf ihrem Bleistift herum.

 

„Miaaaaa.....u“

 

Was war das? Hatte ihre Mutter gerufen?

 

„Mia.....u“

Nein, das kam nicht unten aus der Küche, das war viel näher!

Katzundkatzig minus Katz ist Katzig, Katzzehn plus zehn ist........ katzundzwanzig. Katz minus Katz ist null.

 

In jedem Wort „acht“ durch „katz“ ersetzen. Wenn unmittelbar davor ein Mitlaut ist (also alles außer a, e, i, o oder u) dann das „a“ stehen lassen und „katz“ anhängen. So kann man das neu gebildete Wort flüssiger aussprechen.

 

Also:

 

„sie bringen“ bleibt so, weil ja nicht „acht“ enthalten ist.

 

„er hat gebracht“ „gebr-acht“. Vor dem „acht“ ist ein „r“, also ein Mitlaut. Also wird „gebra-katz“ draus

 

„gebraucht“ ändert sich dagegen nicht. Weil es hinten ja auf „aucht“ statt „acht“ endet.

 

Einfach war das nicht, Mia mußte sich voll konzentrieren. Eine Art nicht geheime Geheimsprache. Da das Wort „Katz“ oft drin vorkam. Aber vielleicht würde ihre Mutter dann merken, was sie sich so sehr wünschte.

 

So, die Hausaufgaben waren jetzt fast gemakatz, nur noch Deutsch, dann war Mia fertig.

 

Es gab viele Wörter, bei denen „acht“ vorkam. Wenn man reimte, fand man noch mehr:

 

M-acht reimt sich mit

kr-acht (wie Raketen zu Silvester),

l-acht,

entf-acht (zum Beispiel ein Feuer angemacht).

 

Und bei „N-acht“ ist das „acht“ auch drin. Auch in „Kissenschl-acht“.

 

„In der Nakatz makatzen mein Bruder und ich eine Kissenschlakatz. Dabei ist das Regal im Zimmer runtergekrakatz. Wir lakatzen, aber meine Eltern fanden das wohl nicht so lustig. Mein Vater hat das Regal aber glücklicherweise wieder an die Wand gemakatz.“ Mia grinste. Sie war stolz auf sich, geniale Idee.

 

„Miiii.....AU!!“ Da war es wieder. Mia sah aus dem Fenster. Von dort draußen kam es!

 

Vor dem Fenster wuchs eine große Buche mit Ästen bis zum Fenster. Und darauf, wegen der Blätter kaum zu sehen....... „Miiiiauu“...... ein schwarzes Fellknäuel.

 

Mia öffnete das Fenster. „Miiiau“! Der kleine schwarze Kater schaute Mia aus großen gelben Augen an.

 

Mia überlegte. Wie konnte sie ihn nur in ihr Zimmer locken? „Ah“, dachte sie, „vielleicht hat er ja Hunger.“ Und Milch mag er bestimmt auch. Mia beschloß, in die Küche zu gehen.

 

Von unten stieg Mia Plätzchenduft in die Nase. Sie freute sich. Die waren so lecker, bestimmt würde sie der Kater auch mögen.

 

Da klingelte unten das Telefon. Mia hörte, wie ihre Mutter das Telefon holen ging. Gott sei Dank hatte sie es im Wohnzimmer vergessen. Jetzt schnell!

 

Immer noch war die Mutter im Wohnzimmer. Mia hörte sie mit jemand am Telefon reden. Offensichtlich wollte sie das Telefon nicht mit in die Küche nehmen. Das gab Mia mehr Zeit, um die Sachen zu holen.

 

Sie schaffte es, in der Küche ein paar Plätzchen zu stibitzen, eine Milchtüte und einen kleinen Teller mitzunehmen, die dort auf dem Tisch stand. Dann eilte sie schnell wieder nach oben, ging in ihr Zimmer und schloß die Tür hinter sich. Puh, geschafft!

 

„Miau!“

 

Mia legte ihre Ausbeute auf den Schreibtisch und sah sich die Plätzchen an. Sterne und Tannenbäume. Hihi, lustig, wenn sie die Sterne nahm und rundherum vorsichtig nur die Zacken der Sterne abbiß, hatte sie einen Kreis. Was blieb übrig, wenn man das bei den Tannenbaumplätzchen machte? Sie nahm eines und biß die Äste ab. Aha, das gab Dreiecke.

 

„Mia.....u.“

 

Mia versuchte, das Kätzchen mit den kreisrunden Keksen ins Zimmer zu locken: „Na, wer bist du denn? Komm, die sind echt lecker. Komm Miez, komm.... Hier, komm auf den Schreibtisch.“

 

Sie öffnete den Schraubverschluß der Milchtüte und goß etwas von der Milch auf den kleinen Teller. Den stellte sie vor das Fenster.

 

In der Zwischenzeit suchte Mias Mutter in der Küche die verschwundene Milchtüte. Komisch, sie hatte doch eine auf den Tisch gestellt?

 

Der Kater beobachtete Mia interessiert und schob sich langsam auf dem Ast etwas mehr Richtung Fenster. Mia schob den Schreibtischstuhl nach hinten und beugte sich über den Schreibtisch. Sie nahm ein Plätzchen und streckte die Hand aus. „Miez, miez..... Komm, ich geb dir was von den Plätzchen ab. Na komm schon her. Echt lecker. Milch hab ich auch für dich. Magst du doch, oder?“

 

Ein großer Sprung und der Kater landete geradezu elegant auf Mias Schreibtisch. Mia schloß schnell das Fenster. Nicht daß sich der das noch anders überlegte.

 

„Mmmmrrrr...... Miiiiaaaauuuu!“ Der Kater rieb sich an Mias Hand. „Da, nimm nur. Schmeckt dir das?“ Der Kater machte sich über die Milch her. Der schwarze Kater hatte ein weißes Schnäuzchen von der Milch. Kater mit Milchbart! „Hihi, du siehst lustig aus“, lachte Mia.

 

„Miau!“ antwortete der Kater.

 

Da klopfte es an der Zimmertür. „Mia, mit wem redest du? Und was sind das für Miaus? Hast du da etwa eine Katze versteckt?“ Mia erschrak. Das war ihre Mutter vor der Tür! Wohin mit dem Kater?

 

„Nein, ich habe nur laut gelesen, was wir in Deutsch aufhaben. Und eine Katze habe ich hier nicht.“ sagte Mia. Gelogen hatte sie ja nicht, es war ja keine Katze, es war ein KATER.

 

Naja, damit gab sich die Mutter natürlich nicht zufrieden. Als sie die Zimmertür aufmachte, erschrak der Kater und sprang schnell in den Papierkorb. Dabei stieß er gegen den Teller mit der Milch und ein kleiner Milchsee war jetzt auf dem Schreibtisch zu sehen. Mia war für eine Sekunde erleichtert, im Papierkorb würde ihre Mutter den Kater bestimmt nicht entdecken. Und die Milch hätte als Ausrede sie, Mia, umgestoßen. Wenn ihre Mutter aber fragen würde, warum sie die Milch allerdings aus einem Teller trank und nicht aus einer Tasse, dazu fiel Mia gerade nichts ein.

 

Also, die Mutter stand im Zimmer, Milch auf dem Schreibtisch, der Kater im Papierkorb. Hätte noch gut gehen können.

 

Da der Papierkorb aber voller Papier war, raschelte das natürlich, denn der Kater fiel ja auch nicht wie ein Stein da rein und blieb dann da drin ruhig sitzen. Und so kippte der volle Papierkorb schießlich mitsamt dem Kater um. Das schwarze Fellknäuel fiel mitsamt dem weißen, zusammengeknüllten Papier der Mutter fast genau vor ihre Füße.

 

„Was ist das denn?“

 

Der Kater schaute Mias Mutter so erschrocken aus seinen großen gelben Augen an, wie er vorhin Mia angesehen hatte. Sie ließ sich von Mia erzählen, wie sie den Kater auf dem Baum entdeckt hatte und wie er ins Zimmer gekommen war. Da konnte Mias Mutter Mia nicht böse sein.

 

„Allerdings müssen wir herausfinden, ob der Kater jemand gehört. Sonst wäre eine andere Familie und deren Kinder sehr traurig, wenn ihr Kater nicht wiederkäme. Wenn sich seine Besitzer nicht melden, dann darfst du ihn behalten.“ sagte sie zu Mia.

 

Der kleine schwarze Kater wurde tatsächlich von niemandem vermißt. Und so ging Mias Wunsch schließlich doch noch in Erfüllung.

 

Jetzt sitzt er auf Mias Schreibtisch, während sie Hausaufgaben macht, rollt sich auf dem Schreibtisch zusammen und schnurrt.

 

Ganz so, wie sie es sich immer vorgestellt hatte.

 

 

Übrigens: Erinnert ihr euch an die Verkehrsdurchsage am Anfang der Geschichte? Ist zwar 'ne erfundene Geschichte, aber ein klitzekleines bißchen davon ist wahr. Die Orte Katzling und Katzelsdorf gibt es wirklich. Zwar nicht in Deutschland, aber im Nachbarland Österreich. Ehrlich. Können eure Eltern im Internet nachgucken.

 

 

© Astrid Maul

 

2016

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Hannes

von Astrid Maul

 

 

Es war einmal ein Mann, der hieß Hannes. Eigentlich hieß er Johannes, aber viele Leute fanden “Johannes” zu lang und nannten ihn einfach Hannes. Er lebte alleine in einer Hütte am Rande einer großen Stadt.

 

 

“Wenn ich nur ein bißchen Glück hätte, dann würde ich nicht hier wohnen müssen.” sagte er.

 

 

Und er zog los, um Glück zu kaufen.

 

 

Er suchte in jedem Laden danach, aber nirgends gab es Glück zu kaufen.

 

Eines Tages kam ein fahrender Händler in die Stadt. Niemand hatte diesen Händler jemals vorher gesehen. Er hatte einen Hut mit einer großen Feder daran auf. Seinen Wagen zog ein altes Pferd und auf seiner Schulter saß ein Papagei.

 

 

“Oh, ich frage mal diesen Händler, vielleicht kann der mir Glück verkaufen”, dachte Hannes. Also ging er hin.

 

 

“Glück für's ganze Leben, dann mußt du mir einen Buchstaben aus deiner Sprache geben”, grinste der Händler und wartete auf Hannes' Antwort.

 

 

“Gut, ich gebe Dir das 'R' sagte Hannes, “woher weiß ich aber, daß ich das Glück jetzt habe?”

 

 

“Wenn du nach Hause kommst, findest du in deiner Hütte eine Truhe voll Goldstücke.” antwortete der Trödler.

 

 

Hannes lief nach Hause – und wirklich, in seiner Hütte stand eine Truhe voll Goldstücken. Er überlegte sich, was er damit kaufen wollte. Am besten ein kleines Haus! Er ging wieder in die Stadt. Unterwegs traf er einen Bauern, der ihn gut kannte.

 

 

“Hallo Hannes, wie geht es dir?”

 

 

“Mi geht es gut. Ich muß asch in die Stadt und will mi ein kleines Haus kaufen.” sagte Johannes. Tatsächlich! Er konnte kein 'R' sagen!

 

 

Aber so schlimm war es nicht. Hannes kaufte sich also ein kleines Haus und hatte nun auch fast keine Goldstücke mehr, nur 4 Goldstücke waren noch übrig.

 

Geborgenheit fehlte ihm noch, und Freude.

 

 

Er ging also wieder zum Händler und verlangte Geborgenheit und Freude.

 

 

“Ah, das sind ja gleich 2 Dinge! Geborgenheit und Freude für's ganze Leben, dann mußt du mir schon 2 Buchstanben aus deiner Sprache geben!” sagte der Händler.

 

 

“Gut, ich gebe di das 'E' und das 'S'. Sag mal, verkaufst du mi auch den Papagei?”

 

 

“Es ist ein ganz besonderer Papagei. Wenn du den linken Fuß berührst, rollt er die Zuge ein und sagt 'R', wenn du den rechten Fuß berührst, schreit er 'E!' 'E!'” erklärte der Trödler.

 

 

“Gut, ich kaufe ihn für 2 Goldstücke.” sagte Hannes.

 

 

Der Händler nickte geheimnisvoll und setzte Hannes den Papagei auf die Schulter.

 

 

Hannes machte sich auf den Heimweg und konnte fortan kein 'R', kein 'E' und kein 'S sagen. Aber für das 'R' könnte er den linken Fuß des Papageis berühren, für ein fehlendes 'E' den rechten Fuß.

 

 

Wieder kam ihm der Bauer entgegen: “Hallo Hannes, wie geht es dir?”

 

 

Und Hannes antwortete: “Mi” - dann tippte er den linken Fuß des Papageis an und der Papagei krähte das fehlende 'R'........”g..” - dann tippte er den rechten Fuß an, der Papagei schrie 'E!' - “ht” - wieder rechter Papageifuß 'E!' “gut. Ich hab j” - rechter Papageifuß 'E' “...tzt in Hau.”

 

 

Der Bauer wunderte sich. Er verstand nur: “Mi ght gut. Ich hab jtzt in Hau” - und dazwischen schrie imer wieder der Papagei auf Hannes' Schultern.

 

 

Der Bauer fragte: “Bist du krank, Hannes?” und Hannes antwortete:

 

 

“Nin!”

 

 

Als Hannes nach Hause kam, war es dort mollig warm und eine liebe Frau erwartete ihn. Aber Hannes war immer noch nicht zufrieden, er gab dem Trödler noch den Buchstaben 'A' für Spaß, 'U' für Liebe und 'O' für Freunde.

 

 

Als ihm der Bauer wieder entgegenkam, sagte der Bauer wieder zu Johannes: “Hallo Hannes, wie geht's?” Und Johannes antwortete:

 

 

“Mi ght gt. Ich hb jetzt in s nd in F.”

 

 

Den Papagei konnte Johannes jetzt nicht mehr zu Hilfe nehmen, denn der war vor 2 Tagen vor lauter 'R' und 'E'-Schreiben heiser geworden und gestorben.

 

 

Der Bauer verstand Johannes nun gar nicht mehr: “Bist du krank?”

 

 

“Nin!” war die Antwort. Es war schlimm. Er konnte nicht einmal mehr: “Heute regnet es.” sagen. Das hieß dann so:

“Ht gnt!”

 

 

Und die Moral von der Geschicht?

 

 

Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann und: Auf Papageien ist einfach kein Verlaß!


(c) Astrid Maul

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Die kleine Raupe

von Astrid Maul

 

Die kleine Raupe hatte sich ganz schön anstrengen müssen, um aus ihrem Ei herauszukommen. Sie beschloß, erst mal nach oben zu kriechen. Der Weg war grün und schmal. Ab und zu zweigte ein Weg ab, der zu großen grünen Plätzen führte. An einer der Abzweigungen lag ein Stein, der die Sonne spiegelte. Die kleine Raupe näherte sich vorsichtig, denn sie war noch zu jung, um zu wissen, daß das nur ein Wassertropfen war.

 

“Hallo!” sagte sie, aber der Stein, der die Sonne spiegelte, antwortete nicht. Stattdessen sah sie in dem Stein ein Tier, das einen langen grünen Körper hatte, mit vielen Füßen. Nur in der Mitte hatte es keine Füße. Und ganz am Ende wackelte es lustig mit dem Schwanz, wie ein Hund. Wenn die kleine Raupe nach vorne ging, ging das Tier auch nach vorne und wenn die kleine Raupe rückwärts lief, machte es das Tier nach.

 

“Komm, wir spielen zusammen!” sagte die kleine Raupe und lief auf den Stein, in dem sich die Sonne spiegelte, zu. Auch das Tier kam näher. Als sie sich mit den Nasen fast berührten, kullerte dieser Stein plötzlich auf die kleine Raupe los, über sie hinweg und den engen grünen Weg hinunter, den die kleine Raupe heraufgekommen war. Fast hätte er sie mitgerissen! Ihr Körper war jetzt ganz glitschig.

 

Da hörte sie, wie jemand lachte. Ärgerlich drehte sich die kleine Raupe herum und sah ein Tier, das rote Flügel mit schwarzen Punkten auf dem Rücken zusammengefaltet trug:

 

“Wer bist du denn und warum lachst du über mich?”

 

“Ich bin Maria Käfer. Ich lache, weil du dein Spiegelbild in einem Wassertropfen beobachtet hast und erschrocken bist, als der Wassertropfen vom Stengel heruntergefallen ist.”

 

“Das war mein Spiegelbild?”

 

“Ja, so siehst du aus”

 

“Und wo bin ich hier?”

 

“Auf einer Blume, einem Gänseblümchen genauer gesagt. Aber ich muß jetzt leider weg, ich habe eine Verabredung.” sagte Maria Käfer und flog davon.

 

Die kleine Raupe kroch weiter nach oben. Sie sah andere Tiere, die auch so einen länglichen Körper mit vielen Füßen hatten, braune, schwarze und solche mit langen Haaren. Die lachten sie aus:

 

“Igitt, schaut mal, die ist ja ganz grün. Und wie die läuft! Hihi! Ist das komisch! Schaut euch das an! Zuerst läuft sie mit den vorderen Beinen, dann mit den hinteren Beinen und dabei macht sie in der Mitte einen richtigen Katzenbuckel. Sowas!”

 

Dann liefen sie weiter. Die kleine Raupe beobachtete, wie sich die Beine der anderen, die sie ausgelacht hatten, gleichmäßig bewegten. Es sah sehr elegant aus.

 

“Ich muß auch so laufen, dann werde ich nicht ausgelacht.” dachte sie und sie machte ihre Körpermitte – also da, wo sie keine Beine hatte – ganz starr. Das war nicht leicht, ständig mußte sie daran denken, daß sie beim Laufen keinen Katzenbuckel machen durfte. Aber nach einer Weile ging es fast automatisch. Sie traf auch Raupen auf ihren Spaziergängen, die auch so grün waren wie sie, auch keine Beine in der Mitte hatten und auch wie ein Hund mit dem Schwanz wedelten. Aber sie machten beim Laufen einen Katzenbuckel.

 

“Pah, schaut euch die mal an, wie die läuft! Starr wie wenn sie einen Stock verschluckt hätte! Die meint wohl, sie wär' was Besseres! Kommt, mit der wollen wir nichts zu tun haben.” hörte sie die kleine Raupe sagen.

“Schau dich mal an, wie du läufst!” riefen sie der kleinen Raupe noch zu und beeilten sich, wegzukriechen.

 

Im nächsten Wassertropfen besah sie ihr Spiegelbild. Die anderen hatten recht! Richtig steif sah es aus, wenn sie lief! Sie beschloß, wieder beim Laufen einen Katzenbuckel zu machen, aber es klappte nicht so richtig.

 

Eines Tages beschloß die kleine Raupe, sich unterhalb eines Blumenblattes eine kleine Hütte zu bauen und in er Hütte über sich nachzudenken. Ihre Hütte hatte sie aus weißen Fäden gebaut und die kleine Raupe konnte man von außen nicht sehen. Lange Zeit rührte sich nichts.

 

Dann, eines Tages, wurde von innen die Tür geöffnet und sogar eine Hüttenmauer niedergerissen. Heraus kam....

 

.......................................ein Schmetterling!

 

Er setzte sich auf das Blatt, ließ seine Flügel von der Sonne trocknen.

 

Es war ein wunderschöner Schmetterling, mit vielen Farben auf den Flügeln. Und nach einer Weile klappte er seine Flügel auf und zu und flog davon. Es machte ihm Spaß, fliegen zu können, wohin er wollte, frei zu sein.

Vielleicht setzt er sich mal auf eine Blume neben dir, wenn du im Gras liegst und dich von der Sonne wärmen läßt, um dich an diese Geschichte zu erinnern.

 

(c) Astrid Maul

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Aufstand der Farben

von Astrid Maul

 

 

Eines Morgens, als der kleine Erik aufwachte, war seine Bettdecke nicht mehr grün, sondern blau. Er wischte sich die Augen, bestimmt hatte er nur geträumt. Die Bettdecke blieb blau, das Kopfkissen war schweinchenrosa, das Leintuch gelb, der Fußboden grün. „Komisch, mein Bett hatte doch einen grünen Bezug gestern abend“, wunderte sich Erik. Er stand auf, ging an dem türkisfarbenen Schrank vorbei zum Fenster. Der Schrank war braun gewesen. Erik zog die weißen, früher hellbraunen, Vorhänge zurück. Es war unglaublich: die Wiesen waren gelb, die Bäume im Wald rot und eine grüne Sonne schien am orangefarbenen Himmel. Die Welt schien Kopf zu stehen!

 

 

Erik flitzte wie von der Tarantel gestochen in das Zimmer seiner beiden jüngeren Geschwister Thomas und Christina:

 

„Thomas, Christina, guckt mal, draußen stehen rote Bäume. Wie 'ne Tomate. Richtige Tomatenbäume.“ Erik zog die Vorhänge, jetzt blau statt hellgrau, auf.

 

Thomas und Christina waren jetzt auch neugierig geworden.

 

„Pah, rote Bäume gibt’s doch nicht, du schläfst wohl noch“, sagten sie, „sieht man auch, du bist ja ganz grün im Gesicht. Mit roten Augen, wie'n Marsmännchen.“

 

 

„Solche hab ich mal im Fernsehen gesehen“ fügte Christina noch hinzu.

 

 

Erik drehte sich verärgert herum. „Na dann, willkommen auf dem Mars. Ihr habt auch grüne Gesichter und rote Augen.“ sagte er zu den beiden anderen.

 

 

„Was?? Wir?“ Entsetzt rannten sie ins Bad, um in den Spiegel zu sehen. Es stimmte. Thomas drehte den Wasserhahn auf und wusch sich sein Gesicht. Aber es war hinterher noch immer grün. Sie liefen wieder in ihr Zimmer zurück.

 

 

„Was machen wir jetzt?“

 

 

„Gelbe Wiesen, igitt“ meinte Erik.

 

 

„Und wenn ich jetzt meinen Papierdrachen steigen lassen würde, würde man den gar nicht sehen, weil er die gleiche Farbe hat wie der Himmel“, stellte Thomas fest, „lieber grün, wenn er schon nicht mehr blau ist, dann kann ich meinen Drachen wieder sehen.“

 

 

„So grün wie dein Gesicht, hm?“ spottete Erik.

 

 

„Nein, keinen grünen Himmel“, sagte Christina.

 

 

„Und warum nicht? DU hast ja keinen orangenen Drachen!“ ärgerte sich Thomas.

 

 

„Weil man dann die Sonne nicht sehen kann, weil die jetzt grün is!“ antwortete Christina.

 

 

***

 

 

Und das alles kam so:

 

 

Die Farben hatten beschlossen, sich in Faberkastel zu treffen, weil ihnen niemand mehr Beachtung schenkte. Da die Menschen nicht einmal wussten, wo Faberkastel liegt, obwohl es eine wirklich große Stadt ist, war es geheim, das Treffen. Die Farben trafen sich sozusagen inkognito.

 

Von weit her reisten die Farben an: aus Stabilos in Griechenland, aus Mont Blanci in Italien, aus Gehas in Spanien, aus Pelikanos in Südamerika. Es kamen aber auch viele aus dem Inland, zum Beispiel aus Eding in Bayern, aus Lamy im Allgäu oder aus Watermann in Schleswig-Holstein.

 

 

„Die Menschen merken gar nicht mehr, dass ich die Farbe der Tomaten bin und dass ich außerdem allen Feuerwehrautos Farbe gebe“, beklagte sich Rot bitter.

 

 

„Ja, bei mir ist es nicht besser. Niemand sieht mehr, dass das Wasser oder der Himmel blau sind“, sagte Blau und fügte schnell hinzu: „...... und alle Polizeiautos, die fahren sogar mit BLAULICHT.“ Die Autos hatten zwar nur einen blauen Streifen, waren also nicht ganz blau, aber immerhin. Das mit den Polizeiautos hatte Blau auch nur gesagt, um Rot zu ärgern.

 

 

Es war Blau auch gelungen, Rot war bereits ganz rot im Gesicht. „ Du mit deinen dämlichen Feuerwehrautos“, dachte Blau.

 

 

Auch Grün war wütend: „Dass Wiesen oder die Blätter auf den Bäumen grün sind, ist ja schon eine Selbstverständlichkeit!“

 

 

Braun fügte hinzu: „Ich bin ja sowieso im Vergleich zu anderen eine gedeckte Farbe. Gerade deshalb sollte ich eigentlich mehr beachtet werden. Erde ist braun, Pflanzen brauchen Erde.“

 

 

Jede Farbe beklagte sich. Es war klar, den Menschen musste eine Lektion erteilt werden. Sie waren ständig in Eile, gingen mit geschlossenen Augen durch den Tag. Nicht einmal die Natur interessierte sie mehr, dabei brauchen Menschen die Natur. Männer wussten nicht mehr, welche Farbe das Kleid hatte, das ihre Frau am Tag vorher getragen hatte und Frauen konnten sich nicht daran erinnern, welche Farbe das Hemd hat, das ihr Mann unter dem Pullover an hat.

 

 

***

 

 

Schwarz schlug vor, die Farben sollten alle in Urlaub gehen, dann hätten die Menschen gar keine Farben mehr. Alle anderen Farben klatschten Beifall. Toll! In Urlaub gehen!

 

 

„Aber....“, sagte Gelb, „aber..... dann sind wir doch alle arbeitslos. Wir haben dann nichts mehr zu tun. Für eine kurze Zeit finde ich das ja ganz toll, aber länger...“

 

Das sahen fast alle ein. Bis auf Schwarz und Weiß, aber die waren schon immer faul und ließen alle anderen Farben für sich arbeiten.

 

 

„Ich....... ich heiße Fuchsia“, sagte Fuchsia artig und machte einen Knicks.

 

 

„Pah, eine von den ganz neuen. Junges Gemüse. Nicht rot aber auch nicht lila, richtig undefinierbar“, schnaubte Blau verächtlich.

 

 

„Ich bin aber auf vielen Turnhosen und Schulmäppchen und....“, sagte Fuchsia.

 

 

„Jaja, ist schon gut“, sagte Blau. „Und? Was schlägst du vor?“

 

 

„Wir, äh....., also wir, äh.... könnten einfach tauschen. Du, Gelb, machst das, was vorher Blau gemacht hat, dafür kann Grün die Aufgabe von Gelb übernehmen, Orange macht alles, was vorher Blau gemacht hat. Wir könnten auch jeden Tag mehrmals wechseln. Es könnten auch mehrere Farben die Aufgaben von z.B. Grün übernehmen, wir können uns ja absprechen“, meinte Fuchsia.

 

Die anderen Farben waren sprachlos. Dass das ihnen nicht eingefallen war! Das war die Lösung! Fuchsia war ganz stolz.

 

 

***

 

 

Die Menschen waren ganz durcheinander. Braune Tomaten zu essen war eklig. Wenn sie doch wieder rot wären! Und aus dem Fenster gucken wollten sie auch nicht mehr, der orangefarbene Himmel sah so bedrohlich aus. Ein blauer, manchmal auch grauer Himmel war viiel schöner! Vor allem konnten sie sich nicht an ihre grüne Haut und die roten Augen gewöhnen. Weiße, schwarze, rote oder gelbe Haut – so, wie sie es gewohnt waren – war ihnen lieber und sie nahmen sich ganz fest vor, anderen Menschen in die Augen zu sehen und auf die Augenfarbe zu achten, wenn alles nur wieder so werden würde, wie es vorher war. Viel mehr spazieren gehen wollten sie, um alles genau anzusehen. Ach, wenn die Wiesen und Bäume nur wieder grün und die Erde wieder braun wäre! Ja, die Menschen versprachen, sich gegenseitig genauer zu betrachten und sich darüber zu freuen, dass Menschen, Pflanzen, Tiere und Dinge so sind, wie sie sind.

 

 

***

 

 

Tja, bei so viel Reue hatten die Farben Mitleid und schon am nächsten Tag war alles wieder wie sonst.

 

Alle Kinder dieser Welt aber kennen diese Geschichte und darum malen sie manchmal, wie es an jenem denkwürdigen Tag, als die Farben ihre Plätze wechselten, ausgesehen hat: gelbe Wiesen, orangener Himmel, grüne Sonne. Und weil die Farben ja abgesprochen hatten, dass sie an diesem Tag auch mehrmals die Plätze wechseln können, ist auf einem anderen Bild die Wiese eben rot, der Himmel ist noch immer orange und die Sonne ist halt braun.

 

 

Und wir sollten alles dafür tun, dass sich die Farben nicht wieder in Faberkastel treffen, weil sie sich nicht genügend beachtet fühlen.

 

 

Am besten, wir fangen gleich damit an!

 

 (c) Astrid Maul

 

 

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"Meine" Geschichten

Unter dieser Kategorie veröffentliche ich einige Kindergeschichten, die ich selbst geschrieben habe. Einige sind vor vielen Jahren geschrieben worden, sogar so lange zurück wie 1993.

Zur Veröffentlichung fehlt mir der Mut; nachdem aber alle, die die Geschichten bisher gehört haben, mir dazu rieten, veröffentliche ich sie nun eben in meinem eigenen Blog. Mein Wunsch wäre, daß sie vor allem Kindern und Erwachsenen Freude machen und gefallen.

Kommentare zu den Geschichten sind ausdrücklich erwünscht! smiley

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